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Mietshaus in Schwabing
Hohenzollernstraße 54
80801 München

Eingestellt von: Annegret Bähnisch
Eingestellt am: 12.09.2022
Geändert am: 10.09.2022

Bayerische Denkmalliste: eingetragen
Denkmalatlas / Aktennummer: D-1-62-000-2772
Denkmal-Typ: Einzeldenkmal

Mietshaus in Schwabing

Drohende Verschandelung der denkmalgeschützten Fassade eines Innenhofs

Das Schwabinger Mietshaus Hohenzollernstraße 54 (D-1-62-000-2772) wird in der Liste des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege so beschrieben: „Mietshaus, fünfgeschossiger Satteldachbau in Jugendstilformen mit Doppelerkerfassade, mit Seiten- und Rückflügel, viergeschossig, von Eugen Dreisch, 1911“.

Der Architekt Eugen Dreisch erwarb damals den Grund in der Hohenzollernstraße, plante und baute das große Mietshaus und lebte selbst dort bis zu seinem Lebensende Anfang der 1950er Jahre.

Die Straßenfassade ist ohne viele Ornamente und Schnörkel angelegt, die Fassade des Innenhofs wirkt durch die Anordnung von Loggien und originalen Sprossenfenstern in unterschiedlicher Höhe und Breite, in ihren Proportionen und Abständen gegeneinander versetzt und fein aufeinander abgestimmt – dies zusammen mit Erkern und Vorsprüngen gibt der Fassade Struktur und Harmonie.

Im Zweiten Weltkrieg wurden das Dachgeschoss sowie das dritte und vierte OG beschädigt. Eugen Dreisch selbst plante die Wiederherstellung des Dachgeschosses.

Bekannt wurde Eugen Dreisch durch sein Wirken für gemeinnützige Wohnbaugesellschaften bei der Konstruktion und Leitung großer Wohnanlagen und Siedlungsbauten zur Behebung der damaligen Wohnungsnot (D-1-62-000-7197 nördlich des Prinzregentenplatzes; E-1-62-000-38 Ensemble Wohnsiedlung Neuharlaching).

Demgegenüber wirkt die Hohenzollernstraße 54, sein selbstgebautes und selbst bewohntes Haus, mit der überschaubaren Größe und der bis ins Detail ausgestalteten Innenhoffassade eher 'freundlich-heimelig'.

Mietshaus in Schwabing - Fotos

Gefährdung

Im Mai 2022 wurde das Anwesen vom Immobilieninvestor Baycon erworben. Seither stehen Aussagen im Raum, wonach Außenaufzüge im Innenhof, Balkone und Dachgeschossausbau geplant sind.

Mit dem Anbau von Balkonen sowie Außenaufzügen entlang der Treppenaufgänge würde die gut gesetzte Struktur der denkmalgeschützten Fassade zerstört werden, ebenso wie die der historischen Treppenhäuser samt Originalsprossenfenstern.

Kontakt

Dr. Hildegard Lingmann

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