Alter Bahnhof Fischbach
Alter Bahnhof Fischbach, Empfangsgebäude, zugehörig ehem. Stationsgebäude - zunehmender Verfall der unter Denkmalschutz stehenden Gebäudegruppe
Beschreibung aus dem Denkmalatlas: Bahnhof Fischbach; Empfangsgebäude, erdgeschossiger, giebelständiger Sandsteinbau mit Steilsatteldach, Dachgauben und quer angebautem, traufständigem Sandsteinbau mit Satteldach, Giebelverschalung und gleisseitig offener Pfeilerhalle, um 1940; zugehörig ehem. Stationsgebäude, zweigeschossiger Backsteinbau mit Hausteingliederung und Satteldach, Ende 19. Jh.
Im Denkmalatlas unerwähnt, bleibt der Anlass für die Neugestaltung zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, „als repräsentativer Bau in bodenständigen Materialien, altfränkischen Bauformen und handwerklichen Detailarbeiten ausgeführt.“ (Katalog „Bauen im Nationalsozialismus", Bayern 1933–1945, München 1994, S. 91): Der Bahnhof gehört zu den letzten fertiggestellten Baumaßnahmen des sog. Reichsparteitagsgeländes. Zusammen mit anderen Bahnhöfen (vgl. Bahnhöfe – Reichsparteitagsgelände Nürnberg) diente die Haltestelle „Fischbach bei Nürnberg“ an der Bahnstrecke nach Regensburg der Erschließung der Baracken- und Zeltlager für Angehörige der NS-Organisationen, hier insbesondere des SS-Lagers. Dieses lag direkt südwestlich der Gleisanlage und beherbergte bis zum letzten Reichsparteitag 1938 u.a. die SS-Einheit „Leibstandarte Adolf Hitler “. Nach 1939 waren die Baracken- und Zeltunterkünfte als Kriegsgefangenen- und Sammellager zur Deportation jüdischer Mitbürger eingerichtet (vgl. u.a. Geschichte Für Alle e.V., Geländebegehung. Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, Nürnberg 2017). Die Bahnhöfe des ehem. Reichsparteitagsgeländes und insbesondere die heutige Station Nürnberg-Fischbach sind somit elementare Erinnerungsorte und mahnen die Gräueltaten des NS-Regimes in mehrfacher Weise an. Der Deutschen Bahn AG als bundeseigenem Konzern obliegt somit eine besondere Erhaltungsverpflichtung mit erheblicher Vorbildwirkung.
Die Bahnhofsgebäude gehören zum ehemaligen Bahnhof Fischbach, der heute nur noch als S-Bahn-Haltepunkt in Nürnberg dient. Sie liegen abseits der Bahnsteige und werden nicht mehr für Bahnzwecke genutzt. Der Haltepunkt an der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg wurde laut Wikipedia-Eintrag am 30. Mai 1896 durch die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen eröffnet. Die Bahnstrecke war bereits seit 1871 in dem Abschnitt bis Neumarkt in Betrieb.
Alter Bahnhof Fischbach - Fotos
Gefährdung
Mangelnde Instandhaltung durch den Eigentümer, die Deutsche Bahn. Die Gebäudegruppe verfällt zusehends.
Rettung
Es wurden Anfragen zum Erwerb, u.a. durch eine ortsansässige Brauerei und auch durch die Stadt Nürnberg, an die Deutsche Bahn gerichtet. Allerdings hat die Deutsche Bahn von einem früher einmal vorgesehenen Verkauf des Gebäudes Abstand genommen.
In der direkten Kontaktaufnahme mit der Deutschen Bahn hat der Bürgerverein auf den schlechten Zustand des denkmalgeschützten Fischbacher Bahnhofs hingewiesen und um eine Stellungnahme gebeten. Eine Rückmeldung hat er bisher nicht erhalten.
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