gefährdet

Schloss Mengkofen/ehem. Kloster der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz
Am Bräugraben 2-4
84152 Mengkofen

Eingestellt von: Fabian Schmerbeck
Eingestellt am: 10.02.2021
Geändert am: 14.07.2021

Bayerische Denkmalliste: eingetragen
Denkmalatlas / Aktennummer:
Denkmal-Typ: Einzeldenkmal

Schloss Mengkofen/ehem. Kloster der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz

Mengkofens Zentrum verändert sich

Schloss Mengkofen ist eine ursprünglich vierflügelige Anlage mit angegliederter, ummauerter Gartenanlage. 1951 wurde das Schloss samt rechtem Seitenflügel von den Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz erworben. 1953 wurde das rechte Nebengebäude aufgestockt und den Bau um moderne Räume zur Pflege erkrankter Schwestern zu ergänzen. Davon zeugt die große am südlichen Giebel befindliche Fensterfront. 1954 wurden die restlichen Gebäude des Schlossensembles durch den Orden erworben, d.h. der parallel zum Hauptgebäude gelegene Querbau und der linke Seitenflügel, der ursprünglich als "Kutschengarage" diente. Beides wurde in der Folge abgerissen. Der linke Seitenflügel wurde schon 1964  durch einen Neubau in ähnlicher Kubatur ersetzt, der als Kindergarten sowie als Wohnheim für pensionierte Lehrerinnen diente.

Besonders bemerkenswert sind die Neubauten, die von 1972-1974 durch den Architekten Friedrich (Fritz) Schwertle aus Regensburg entstanden: Der zuvor abgerissene Querbau wurde in modernen Formen neu errichtet. Als "würdiges Gegenüber" des Hauptbaus mit Treppengiebel entstand auf einer leichten Anhöhe die sog. Kreuzkapelle, ein Kirchengebäude mit Pyramidendach. Außerdem entstand ein großformatiges Pflegeheim, das durch seine Kubatur (Walmdach, Maßstäblichkeit) sowie die Ausrichtung als modernes Zitat der historischen Schlossgebäude gelesen werden kann. Mit dem Altbaubestand verbunden wurden diese Gebäude durch sehr feingliedrige und stark verglaste ebenerdige Verbindungsgänge. Der durch Verbindungsgänge und Kapelle neu geformte und erweiterte Hofbereich wurde gärtnerisch gestaltet.

Gefährdung

Bodendenkmal (Aktennummer D-2-7240-0221): Untertägige Befunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit im Bereich des ehem. Hofmarkschlosses mit zugehöriger, abgegangener Schlosskapelle in Mengkofen, darunter die Spuren von Vorgängerbauten bzw. älteren Bauphasen.

Baudenkmale (Aktennummer: D-2-79-127-1): Ehem. Schloss, jetzt Kloster der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz, dreigeschossiger Walmdachbau mit Ecktürmen und Treppengiebeln, nach Brand 1842 erbaut, im Kern wohl älter; Klostermauer; zwei Toreinfahrten, östlich und westlich des Hauptbaus.

Das gesamte Ensemble ist mittlerweile im Besitz einer Rehaklinik, die Ergänzungsbauten von Fritz Schwertle werden von dieser schon seit 1996 nach und nach umgenutzt. Die gesamte Schlossanlage soll zukünftig baulich in den Klinikkomplex integriert werden.

Der vollständig ummauerte Schlossgarten im Norden des Hauptbaus soll im Rahmen der von gemeindlicher Seite durchgeführten Dorferneuerung öffentlich zugänglich gemacht werden, dafür ist geplant, die denkmalgeschützte Ummauerung an mehreren Stellen zu durchbrechen.

Als Baudenkmale geschützt sind lediglich das Hauptgebäude des Schlosses sowie die Ummauerung. Der Rest des Geländes ist aber ein eingetragenes Bodendenkmal. Ensembleschutz besteht nicht, eine von gemeindlicher Seite beschlossene Veränderungssperre ist 2021 ausgelaufen und wurde bewusst nicht verlängert. Der rechte Seitenflügel wird von Eigentümer und Gemeinde als "zum Abbruch bestimmt" beschrieben.

Verlust

Die Kreuzkapelle wurde zum Speisesaal umgenutzt und überformt, die Verbindungsgänge größtenteils abgerissen und/oder stark überformt. Der Innenhof des Schlosses wurde teilweise bebaut, der sanfte Hügel zur Kapelle hin wurde zu diesem Zwecke abgetragen.

Kontakt

fabianschmerbeck@gmail.com

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