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Bürgerhaus in Augsburg

Das Verschwinden eines Bürgerhauses aus dem 16 Jahrhundert und fünf weiterer Häuser

Eingetragen von:
Gregor Nagler

Eingetragen am:Geändert am:
18.05.201621.06.2016
Bayerische Denkmalliste:Typ:
eingetragen Einzeldenkmal

Beschreibung:

Das zweigeschossige Gebäude wies - für die Georgenstraße typisch - einen straßenseitigen Giebel auf. Im zweiten Stock akzentuierte eine Madonnen-Nische die schlichte Putz-Fassade. Die Erschließung erfolgte durch eine "enge Reihe", wobei die ehemalige Weberstube einen separaten Eingang aufwies. Auch sonst waren Grundriss und Baukonstruktion weitgehend überliefert. 

Das Gebäude war somit ein Zeugnis für das Weberhandwerk, des Augsburger "Kerngewerbes" über Jahrhunderte. Gerade im nördlichen Teil der Altstadt existierten zahlreiche Weberhäuser. 

Bild siehe hier.

Gefährdung:

Schon 1993 wurde ein Abbruchgenehmigung für das Bürgerhaus erteilt. 2002 ging die rückwärtig angrenzende Kerzenfabrik Miller in Konkurs. Ein Investor plante daraufhin, das Gelände neu zu bebauen und das Haus in der Georgenstraße 11 abzubrechen. 

Verlust:

Im September 2015 wurden das Gebäude Georgenstraße 11, drei (nicht denkmalgeschützte) Nachbargebäude sowie die alten Werksbauten von "Kerzen Miller" abgebrochen. Die sehr große Lücke in der Abwicklung der Georgenstraße will ein Bauträger mit "Stadthäusern" bebauen.  

Mittlerweile erwarb der Bauträger zwei weitere giebelständige Häuser (keine Einzelbaudenkmale), die ebenfalls abgerissen werden sollen. Damit wird beinahe die gesamte südliche Häuserzeile der Georgenstraße bis zur Sebastian-Kneipp-Straße abgebrochen sein, insgesamt werden dann sechs historische, teils sicherlich stark überformte Bauten aus dem Stadtbild verschwunden sein, ein Großteil des im Zweiten Weltkrieg nicht zerstörten Bereichs der Georgenstraße. 

Adresse

Georgenstraße 11
86150 Augsburg

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