Reißmannshaus in Münnerstadt, Landkreis Bad Kissingen, Unterfranken Aufgepasst

"Stadtrat gibt eine Finanzspritze"

Marktplatz
97702 Münnerstadt

Eingetragen von:
Dr. Dieter Martin

Eingetragen am:
09.10.2017
Geändert am:
09.10.2017
Bayerische Denkmalliste:
eingetragen
Typ:
Einzeldenkmal

www.infranken.de vom 21. Juni 2017 von Heike Beudert:

"Der Stadtrat hat die Finanzhilfe in seiner jüngsten Sitzung einstimmig befürwortet.

Hartmut Hessel steht vor dem Reißmannshaus. In den Händen hält er ein Modell des Anwesens, wie es nach der Restaurierung aussehen soll.

Ehe das Haus saniert werden kann, sind bei dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Voruntersuchungen zum Alter und zur Bausubstanz nötig gewesen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 19 000 Euro. Das Landesamt für Denkmalpflege gab dazu einen Zuschuss in Höhe von 11 000 Euro, der Bezirk Unterfranken steuerte 2500 Euro bei. Die restlichen 6400 Euro übernimmt nun die Stadt. "Das Projekt ist wichtig für die Stadt", betonte in der Sitzung 2. Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler). Er dankte der Bürgergenossenschaft für ihr Engagement. Auf die Frage von Klaus Schebler (Neue Wege), wie sich die Stadt bei vorausgegangenen Projekten verhalten habe, erklärte Geschäftsleitender Beamter Stefan Bierdinpfl, es sei Usus diesen Kostenanteil für Voruntersuchungen zu übernehmen.

Mögliche Mitarbeit

Gleichzeitig regte Schebler die städtische Mitgliedschaft in der Bürgergenossenschaft an, auch wenn das nur mit einem kleinen Betrag sei. Stefan Bierdimpfl war sich allerdings nicht sicher, ob eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft nicht förderschädlich für das Programm "Stadtumbau West" sei. Er erinnerte aber daran, dass es früher bereits Überlegungen gegeben habe, die genossenschaftliche Arbeit durch Mitwirkung in anderer Form zu unterstützen. Die Verwaltung will prüfen lassen, welche Möglichkeiten es gibt. Der Vorsitzende der Bürgergenossenschaft Hartmut Hessel hatte in der Stadtratssitzung Redemöglichkeit. Er stellte in kurzen Zügen das Projekt vor. 2015 habe die Bürgergenossenschaft das Haus gekauft und die notwendigen Untersuchungen eingeleitet. 2016 sei der Antrag auf Übernahme der Voruntersuchungs-Kosten an die Stadt gegangen. Er sei froh, dass dieser Antrag jetzt den Weg in den Stadtrat gefunden habe.
Das Ergebnis der Untersuchung hat laut Hartmut Hessel ergeben, dass das Reißmannshaus zu den ältesten Gebäuden im Münnerstädter Stadtgebiet gehört. Es sind Dachbalken erhalten, deren Ursprung sich in das Jahr 1310 bis 1320 zurückdatieren lässt. Restaurator Stefan Lochner hat festgestellt, dass das Haus im Laufe der letzten Jahrhunderte immer wieder bauliche Veränderungen erfahren hat. So gab es früher an dem ehemaligen Bauernhaus eine große Hofeinfahrt. Heute befinden sich an dieser Stelle die Eingangstüre und das Schaufenster des früheren Ladens.

Vier Wohnungen

Geplant sind in dem Gebäude vier kleine Wohnungen. Ob diese einnmal vermietet oder als Ferienwohnungen genutzt werden, müsse noch geklärt werden, so Hartmut Hessel. Es entsteht im Hof ein Rückbau. Im Hof wird außerdem ein verglaster Kellerzugang geschaffen.
Die Pläne, so Hartmut Hessel auf Anfrage dieser Zeitung, seien praktisch genehmigungsreif. Die Bauplanung liegt in den Händen des Münnerstädter Architekten Wolfgang Blümlein. Allerdings seien noch einige Abklärungsgespräche mit der Denkmalpflege nötig, die in dieser Woche stattfinden sollen. Bei der Hausmesse der Firma Seger am Sonntag, 25. Juni, wird die Bürgergenossenschaft vertreten sein und ihr Projekt vorstellen.

Finanzierung muss stehen

Theoretisch, so Hessel, könnte unter Umständen schon im Herbst mit der Sanierung begonnen werden - immer vorausgesetzt, die Finanzierung des ersten Projekts der Münnerstädter Bürgergenossenschaft steht."

 

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