Justizvollzugsanstalt Bamberg

Justizvollzugsanstalt Bamberg Aufgepasst

Universität will in historisches Gebäude der JVA Bamberg einziehen

Obere Sandstraße 38
96049 Bamberg

Eingetragen von:
Kirsten Zesewitz

Eingetragen am:
19.08.2018
Geändert am:
08.10.2018
Bayerische Denkmalliste:
eingetragen
Typ:
Einzeldenkmal

"Ehem. Zucht- und Arbeitshaus, jetzt Justizvollzugsanstalt, langgestreckter dreigeschossiger Mansardwalmdachbau mit 25-achsiger Hauptfassade mit flachem Mittelrisalit zur Regnitz und kurzer dreigeschossiger Seitenflügel mit Satteldach traufständig zur Elisabethstraße, 1754-60 in zwei Abschnitten nach Entwurf von Johann Jakob Michael Küchel errichtet." (Eintrag Bayerischer Denkmalatlas)

Bereits seit 1330 gab es im sog. Sand ein Spital, ab 1404 mit dem nachweisbaren Namen St. Elisabeth. Dem Spital angeschlossen war die noch bestehende Spitalkapelle St. Elisabeth.

Im 18. Jahrhundert wurden die Baulichkeiten des Elisabethenspitals unter den Fürstbischöfen Franz von Schönborn und Karl von Schönborn für hochstiftische und universitäre Einrichtungen genutzt. Als 1747 das in der Königstraße gelegene Zucht- und Arbeitshaus durch Brandstiftung zerstört wurde, wurden anstelle eines Neubaus die Gebäude des Elisabethenspitals in Erwägung gezogen. Nach Überwindung stiftungsrechtlicher Bedenken konnte die fürstbischöfliche Zuchthauskommission 1753 die Immobilie erwerben.

Größere Umbaumaßnahmen erlebte das Gebäude vor allem in der jüngeren Geschichte, 1966 - 1969 sowie 1985 - 1988.

Justizvollzugsanstalt Bamberg
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Gefährdung

Die JVA soll aus der Bamberger Altstadt nach Burgebrach umziehen und dort einen Neubau erhalten. Das historische Gebäude im Sand wird somit frei – die Otto-Friedrich-Universität Bamberg hat bereits Interesse angemeldet und größte Chancen, das Gebäude zu erhalten. Wie sich die universitäre Nutzung auf das historische Gebäude auswirken wird, ist noch unklar. Sicherlich werden Umbauten notwendig sein, wobei die Innenausstattung ja bereits infolge der Nutzung als JVA seit ihrer Entstehungszeit stark verändert wurde.
Andere Nutzungen wie ein Hotel sowie der Umbau zu Wohnungen waren zwischenzeitlich ebenfalls im Gespräch, gelten jedoch mittlerweile als chancenlos.