Es war einmal: Das Panorama mit derPfarrkirche, der Alten Schule in der Mitte und dem inzwischen abgerissenen gleichalten Gasthoff

Alte Schule Bühl Gefährdet

Eingriff in´s spirituelle Zentrum, Bistum will verkaufen, Stadt abreißen

Kirchsteige 9
97509 Immenstadt

Eingetragen von:
Freundeskreis Alte Schule Bühl

Eingetragen am:
21.01.2020
Geändert am:
16.03.2021
Bayerische Denkmalliste:
eingetragen
Typ:
Einzeldenkmal

Neutral und sachkundig beschreibt den Wert der Alten Schule Dr. Niethammer, Leiter des Bauernhofmuseums in Illerbeuren, in einer Aktennotiz zum Treffen am 02.08. 2019 von 11:05 Uhr bis 12:30 Uhr in der Alten Schule in Bühl

Teilnehmer: H. Schröck, Geschäftsführer architekturforum allgäu (ab 11.15 Uhr),
von der KV St. Nikolaus in Immenstadt: H. Dr. Kliebhan, H. Dr. Treutwein

H. Dr. Niethammer hat sich schon vor dem Treffen einen Eindruck von der exponierten Lage und der architektonischen Wirkung des Gebäudes im Kontext der Sakraltopographie in Bühl gemacht. H. Dr. Niethammer hatte im Vorfeld bereits mit dem zuständigen Referenten vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege Herrn Dr. Ditsche telefoniert. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch das Innere des Hauses zieht H. Dr. Niethammer folgendes
Resümee:

Er sieht das Objekt als absolut erhaltenswert an. Die vorhandenen Schäden bzw. baulichen Mängel sind nach gut 100 Jahren ganz normal und rechtfertigen in keiner Weise einen Abbruch der guten Bausubstanz. Das Gebäude ist in hohem Maße authentisch und gegenüber seinem Erbauungszustand praktisch unverändert. Ein Abbruch würde nicht nur ein herausragendes Kulturdenkmal, sondern auch ein gewachsenes Ensemble auf dem Kirchhügel in Bühl zerstören. Historische Schulhäuser in dieser Form, vor allem in diesem guten Erhaltungszustand sind eine absolute Rarität in Bayerisch-
Schwaben
. Das Gebäude stellt seiner Meinung nach mehr als ein ‚altes Schulhaus‘ dar. Bei der Errichtung des Schulhauses in Bühl ist es gelungen, traditionelle Handwerkskunst mit den Ansätzen früher Serienfertigung, z.B. bei den Türen und Fenster mit ihren vollständig erhaltenen, originalen
Beschlägen, zu verbinden. Besonders hervorgehoben werden u.a. die Anordnung der Treppen, die verschiedenen Fenstergrößen, Schindelschürzen, das „versunkene Dach“, die Betonmauer am Eingang und die so genannten „Russischen Kamine“.

Aufgrund der Größe des Objekts sieht er aber wenig realistische Chancen, das Gebäude nach Illerbeuren zu translozieren. Er verfüge dort nicht über den nötigen Platz, den ein solches Objekt beanspruchen würde, um ausreichend zur Geltung zu kommen.
Aufgrund der Besonderheit des Objekts, seines hohen Maßes an Authentizität, hält er ein verformungsgenaues Aufmaß und eine Fotodokumentation vor dem anvisierten Abriss für zwingend erforderlich. Da die Fläche, auf der die Alte Schule steht, zudem als eingetragenes Bodendenkmal ausgewiesen sei, muss seiner Ansicht nach der komplette Abriss von einem Archäologen begleitet werden.
Welche Vorgaben aber letztlich erfüllt werden müssen, ist der Abbruchgenehmigung des Landratsamtes zu entnehmen, die sich auch die Kirchenverwaltung nochmals genau anschauen sollte. rk e.a., 6.8.2019

 

Gefährdung

Im Zusammaenhang mit der Planung eines Großhotels westlich der Alten Schule und einem - in der Satzung des Bebauungssplans nicht aufgeführten Grundstückstausch- genehmigte 2013/14 der damalige Landrat den Abriss entgegen der Stellungnahme des Denkmalamts den Abriss.Die Abrissgenehmigung, deren Original übrigens auch auf Verlangen nicht einsehbar ist, wurde verlängert bis zum 31.3.2020. Die Vermögensverwaltung der Diözese  bereitete den Abriss schon vor oder schrieb ihn gar schon aus. Als über Leserbriefe Widerstand aus der Bevölkerung offensichtlich wurde, machte sie Ende des Jahres ein Angebot: Die Schule soll für 150.000€ verkauft werden. Zuschlag erhält, wer bis zum 31.1.2020!!! das beste Konzept anbietet.
Die Stadt hat innerhalb 2 Wochen zwei Kaufangebote zum Abriss der Alten Schule gemacht.

Verlust

Am Kirchenhügel standen - bis zum Abriss des ersten - 4 dankmalgeschützte Gebäude, das gleichzeitig mit der Alten Schule 1894 gebaute Gasthaus, die Alte Schule, die Pfarr- und die Wallfahrtskirche( D-7-80-124-13, D-7-80-124-13, D-7-80-124-92, D-7-80-12442,  D-7-80-124-43), ein weithin sichtbares Ensemble. und das Bodendenkmal. D-7-8427-0050: Burgstall des Mittelalters sowie mittelalterliche sowie frühneuzeitliche Befunde.
Neben dem Verlust der Alten Schule droht damit auch der Verlust von Ensemble, Kuturlandschaft und spirituellem Erbe

Rettung

Es scheint utopisch, innerhalb 4 Wochen ein Konzept mit all den baulichen, finanziellen und rechtlichen Hintergründen zu erstellen.
Dennoch hat sich ein Freundeskreis aus der BI zum Erhlalt der Alpseelandschaft, dem Architekturforum Allgäu und weiteren zusammengefunden, der das wagt.
Die Schule soll über eine Bürgergenossenschaft neues Leben erhalten. Die Hälfte des Kaufpreises ist innerhalb einer Woche schon als Genossenschaftsanteile zugesagt.

Das Konzept steht im anhängenden Flyer.

Die Hälfte des Kaufpreises liegt innerhalb eine Woche
 

An der Sanierung beteiligte Architekten

Wir haben die Schule ja noch nicht.
Aber wir haben Unterstützung erhalten und zugesagt von Architekt Schröck vom Architekturforum und weiteren Fachleuten.

An der Sanierung beteiligte Handwerker

Erst wenn wir den Zuschlag bekommen sollten