Weinbergshäuschen Randersackerer Straße in Würzburg - Foto: Jan Speth

Weinbergshäuschen Randersackerer Straße (Würzburg) Gefährdet

Weinbergshäuschen - ein kleines Stück Würzburger Stadtgeschichte.

Randersackerer Straße
97072 Würzburg

Eingetragen von:
Wolfgang Keller

Eingetragen am:
26.11.2020
Geändert am:
09.12.2020
Bayerische Denkmalliste:
eingetragen
Typ:
Einzeldenkmal

Das Weinbergshäuschen ist ein Baudenkmal (Denkmalnummer D-6-63-000-756) in einem Weinberg am Neuberg zwischen Randersackerer Straße und Unterem Neubergweg.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege datiert das Bauwerk auf „um 1915“. Aufgrund der Architektur fällt es in die Epoche des Jugendstils (Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert).

Ins Auge sticht dem Betrachter vor allem das zierliche Fachwerk des Obergeschosses. Auf Sandsteinkonsolen aufgesetzt befindet sich an der Südwestseite ein kleiner Holzerker mit Vogelhäuschen und Zwillingsfenstern, die wiederum aus dem Hauptraum einen schönen Ausblick auf das Maintal ermöglichen. Die Fenster waren im Ursprungszustand (zumindest teilweise) mit sechseckigen mundgeblasenen Butzenscheiben in Bleiverglasung versehen, wie man sie aus traditionellen Weinstuben oder Gaststätten kennt. Gegenwärtig sind fast alle Fenster dem Verfall und dem Vandalismus zum Opfer gefallen.

Holzverkleidungen an den Außenwänden, sowie die Türen und Türzargen im Inneren wurden mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Eingangstür wurde mit markanten, eisernen Beschlägen versehen und ist heute leider nur noch rudimentär vorhanden. Die Ausstattung war somit ursprünglich sehr hochwertig, was sich auch an Resten von Jugendstilmalerei im Oberstock zeigt.

Für das Untergeschoss in Massivbauweise wurde der heimische Muschelkalk herangezogen und verputzt. Ins Auge fallen die Rahmungen mit rotem Buntsandstein. Die Blöcke wurden durch einen Steinmetz mit kunstvollen Mustern versehen.

Weinbergshäuschen Randersackerer Straße in Würzburg - Foto: Jan Speth
Weinbergshäuschen Randersackerer Straße in Würzburg - Foto: Jan Speth
Gefährdung

Fortschreitender Verfall und Vandalismus haben dazu geführt, dass sich das denkmalgeschützte Gebäude in einem baulich äußerst schlechten Zustand befindet. Im Obergeschoss ist die Nordwestwand bereits vollständig eingestürzt. Mit einer provisorischen Holzkonstruktion wurden die anderen Außenwände notdürftig gesichert. Ins Dach dringt teilweise ungehindert Regenwasser ein. Es drängt sich der Eindruck auf, als möchte der Eigentümer (Stadt Würzburg) den Einsturz bzw. Abriss des Weinbergshäuschens bewusst herbeiführen.

Verlust

Mit dem Verlust des Weinbergshäuschen würde wieder ein kleines Stück Würzburger Stadtgeschichte verschwinden.