Ansicht mit anschließender kleinteiliger Bebauung am Gartenweg

Modernes Wohn- und Geschäftshaus Gefährdet

Musterbeispiel der Architektur der 1950er Jahre

Fischerei 14
84130 Dingolfing

Eingetragen von:
Fabian Schmerbeck

Eingetragen am:
28.12.2020
Geändert am:
03.01.2021
Bayerische Denkmalliste:
nicht eingetragen
Typ:
Nicht eingetragen

Das sog. Hanns-Meyer-Haus bildet den nordöstlichen Abschluss des kleinen Platzes "Fischerei", der wiederum das Zentrum der ersten Stadterweiterung vor der Stadtmauer bildet. Das in den 1950er Jahren errichtete Gebäude ist der gebaute Beweis, dass der zu dieser Zeit beginnende industrielle Aufschwung in Dingolfing auch in der Bausubstanz der Altstadt nicht folgenlos blieb. Von drei Seiten von öffentlichem Straßenraum umgeben, zeichnet sich der Bau durch eine detailreiche bauzeitliche Gestaltung aus, die mit größtem Respekt auf das Erscheinungsbild der klassischen Dingolfinger Geschäftshäuser in der näheren Umgebung reagiert. Beispielhaft dafür ist die im Stile einer Vorschussmauer erhöhte und verzierte Attika. Unverkennbare Zeugen der 1950er Jahre sind die (Schau-) Fenster sowie Eingangstüren aus eloxiertem Metall. Bemerkenswert sind die als Eckfenster ausgeführten Blumenfenster an einer nordwestlichen Gebäudeecke. Der Eingangsbereich ist  insgesamt sehr gut erhalten. Sogar eher der Ausstattung zugehörige Elemente wie die bronzene Hutablage und ein in den Fußboden eingelassenes Monogramm des Bauherren sind noch erhalten. Die drei Bereiche des Hauses (die beiden Ladenflächen im Erdgeschoss sowie die oberen Stockwerke des Gebäudes) können separat von außen betreten werden. Die Treppe selbst ist - wie auch die Sockelbereiche im Inneren des Gebäudes sowie die Erdgeschossfassade - mit Natursteinplatten verkleidet. Das Treppengeländer zeichnet sich durch seine filigrane Ausführung und die auffällige Farbigkeit aus.

Blumenfenster über Eck
Eingangsbereich
Zentraler Treppenaufgang
Gefährdung

Das seit mehreren Jahren ungenutzte Gebäude befindet sich im Eigentum der Stadt Dingolfing. Es ist zu befürchten, dass ein Abbruch mitsamt der entlang des Gartenweges befindlichen kleinteiligen Bebauung angestrebt wird. Ähnliches wurde auf der anderen Straßenseite der "Fischerei" entlang der Rennstraße und der Asenbachstraße bereits umgesetzt, ein vollständig erhaltener und sehr kleinteiliger mittelalterlicher Baublock wurde dort durch großformatige Komplexe mit Eigentumswohnungen ersetzt.

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Fabian Schmerbeck, fabianschmerbeck@gmail.com

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