19. und 21. Jahrhundert

Stadtplatz als Gesamtensemble im Inn- Salzach Baustil Gefährdet

Charakter und Charme des historischen Stadtplatzes erhalten

84494 Neumarkt - St. Veit

Eingetragen von:
Guse

Eingetragen am:
13.01.2021
Geändert am:
17.01.2021
Bayerische Denkmalliste:
eingetragen
Typ:
Ensemblebestandteil

Der Stadtplatz in 84494 Neumarkt Sankt Veit soll mit Hilfe der Städtebauförderung für über 6 Mio Euro modernisiert werden. Dieser stellt ein Gesamtensemble im Inn- Salzach Baustil dar.

Das Ensemble Stadtplatz ist in der Bayerischen Denkmalliste mit der Aktennr. E-1-83-129-1 eingetragen und wie folgt beschrieben:
"Das Ensemble umfasst den um 1269 planmäßig in der Form eines langgestreckten Rechtecks angelegten Stadtplatz mit dem kleinen, sich um die Johanneskirche legenden Johannesplatz im Südosten. Die leicht abschüssige Platzanlage, die das Zentrum des ehemals von einer Befestigungsmauer umgebenen Marktorts einnimmt, ist allseitig geschlossen bebaut. Die Platzwände der beiden Längsseiten entstehen aus Reihen dreigeschossiger bürgerlicher Wohn- und Geschäftshäuser, vorwiegend in der für die Inn-/Salzachstädte typischen Bauweise. Die Schmalseiten des Platzes werden durch Torbauten abgeriegelt. Der hofartig um die Johanneskirche sich ausweitende Johannesplatz markiert den alten Kirchhof des Ortes."

Die Linden welche seit über 120 Jahren das Erscheinungsbild prägen werden bis auf eine ungeschnitten. Wegen Zuschüssen über 80 Prozent sollen nun Flaniermeilen bis zu 7 m Breite vor einer Metzgerei und Sparkasse entstehen und Ruheoasen, die in einer Stadt mit 6000 Einwohnern nicht benötigt werden. Der Bürgersteig aus rotem Klinker (Lehm) soll gelblich grauem Granit weichen. Es werden 40 Parkplätze und dazu noch der Parkkomfort gestrichen.

Stadtplatz um 1895
Musterfläche für 30000 Euro mit Granit
Roter Klinker als Trottoirbelag
Stadtplatz (noch) als Einkaufsstadt
Stadtplatz aktuell 2020
Gefährdung

Bei der Planung durch diverse Planungsbüros wurden die Bürgerinnen und Bürger kaum mit einbezogen. Drei Infoveranstaltungen wurden durchgeführt, keine Arbeitsgruppen mit Bürgerinnen und Bürgern. Die Transparenz fehlte von Anfang an. Es fehlen Verkehrsgutachten, Berechnung der notwendigen Stellplätze für die Einkäufer, Verträglichkeitsgutachten für den Einzelhandel, Einkäuferbefragungen und tatsächliche Bürgerbeteiligung. Auch ein Bürgerentscheid wurde durchgeführt, wobei die Wählerinnen und Wähler mit Fehlinformationen beeinflusst wurden. Wegen der Fördergelder wird der Stadtplatz so verändert, dass das historische Erscheinungsbild verloren geht.

Dies stellt eine Kritik an der Fördermentalität der Städtebauförderung von Bund und Land dar und dem Umgang mit Steuergeldern.

Verlust

Das Bürgerbegehren hat den Start der Modernisierung um ein Jahr verschieben können. Ab März 21 soll das Projekt beginnen.

Rettung

Eva Guse