Der 'Adlerhof' von Osten.

Ehemalige Tafernwirtschaft und Gerichtshaus zum Adler in Grünenbach, Landkreis Lindau Gerettet

Der "Adlerhof" – historischer Ortsmittelpunkt vor dem Verfall gerettet

Hauptstraße 57
88167 Grünenbach (Westallgäu)

Eingetragen von:
Heimathaus Adlerhof in Grünenbach, Westallgäu

Eingetragen am:
03.02.2013
Geändert am:
28.09.2017

Vom Meierhof des Klosters Mehrerau (Bregenz) sind vielleicht nur noch ein paar Kellerwände erhalten, doch nachdem Grünenbach 1523 österreichisch wurde, soll hier der Verwaltungssitz des nördlichsten Gerichts der Herrschaft Bregenz errichtet worden sein. 1571 wird erstmals eine Taferne (=Gasthaus) erwähnt und die Nutzung als Gerichtshaus endet erst 1805. Die ab 1781 "zum Adler" genannte Taferne wird in den folgenden sieben Generationen der Besitzerfamilie zum Mittelpunkt ihres Wirkens. Käsefabrikation und Weinhandel sind vom 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts der Garant für Nutzung und Unterhalt des Gebäudes. Das Wirtshaussterben der Region trifft aber auch Grünenbach, und somit war der Erhalt dieses Baudenkmals ab 1995 gefährdet.

Der zweistöckige 5 zu 9 Fensterachsen große, ochsenblutrot gestrichene Blockbau wird um die Mitte des 19. Jahrhunderts verschindelt, bekam ein Zwerchhaus mit höherem Dach und die hohen sechsgliedrigen Fenster mit gesägtem Mittelsteg. Die Innenausstattung wie Täfer, Türen und Böden stammen auch aus dieser Zeit. Ältere Bauteile (Kachelofenreste des 16. Jahrhunderts)  wurden nur als Bruchstücke im Rahmen der Restaurierung 1995-2004 aufgefunden.

Ehemaliger Tanzsaal als Ausstellungsraum.
Burgenbilderausstellung im ehemaligen Gastraum.
Der Dorfladen - die finanzielle Stütze für ein lebendiges Heimathaus
Rettung

Ohne passende Nutzung ist jedes Baudenkmal vom Verfall bedroht:

Seit 2004 wird nun mit einem Dorfladen der Besitzerfamilie im klassischen Stil der 1950er-Jahre nach umfänglicher Restaurierung des Baudenkmals der Dorfmittelpunkt wieder belebt und der Unterhalt des Denkmals gesichert.

Die Arbeitsgemeinschaft "Burg & Heimat" nutzt die restlichen Räume für Ausstellungen mit verschiedenen Themen: "Burgentypen des Allgäus" (Klaus F. Küster), "Baudenkmäler im Argental" (W. Blanke) und ferner "300 Jahre Wohnen und Leben im Argental". 

Die Restaurierungs-Maßnahmen wurden mehrheitlich durch den freiwilligen Arbeitseinsatz der  Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft "Burg & Heimat" bewerkstelligt.

Als "Heimathaus Adlerhof" tritt dieses Gemeinschafts-Projekt an die Öffentlichkeit.       

An der Sanierung beteiligte Handwerker

Wiedereinsetzen der historischen Fenster, Türen, Decken: 

Schreinerei Würzer, Altusried
Schreinerei Kuhn, Weiler
Wolfgang Krämer, Grünenbach

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