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Heimat und Engagement – Seehofer stellt Weichen für die zweite Amtszeit

09.12.2013: Bayern wandelt sich. Vor dem Hintergrund von Internationalisierung, digitaler Revolution und demografischem Wandel gelte es, zugleich heimatverbunden und weltoffen zu sein. Diese Überzeugungen legte Ministerpräsident Horst Seehofer der Regierungserklärung zugrunde, die er zum Beginn seiner zweiten Amtszeit kürzlich vor dem Landtag hielt. Angesichts der Öffnung zur Welt seien die eigenen kulturellen Werte wichtiger denn je. Anknüpfungspunkte also auch für die bürgerschaftliche Denkmalpflege.

Aktive Bürgerbeteiligung, die Förderung des Ehrenamts und eine nachhaltige Politik gehören zu Seehofers wichtigsten Zielen. Der Ministerpräsident dankte Bayerns Bürgern für ihr ehrenamtliches Engagement und ihren „wertorientierten, aktiven Bürgersinn“. Nirgendwo sei die Bereitschaft so groß, sich für die Heimat einzusetzen, sagte er. Heimat bedeute für ihn die Pflege von Identität.
 
Der Ministerpräsident kündigte an, das Ehrenamt noch besser fördern zu wollen. Die Bürger seien Partner der Politik. „Partner müssen mitreden können, sich einmischen und mitgestalten können“. Er wolle den Freistaat zum Vorbild für den modernen Bürgerstaat des 21. Jahrhunderts machen. Er betonte die Absicht der Staatsregierung, gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen zu schaffen, würden doch pulsierende Zentren und attraktive ländliche Räume Bayern lebenswert machen.
 
Zu seinen Zielen zählt Seehofer unter anderen, der Wachstumsgesellschaft eine „wertorientierte langfristige Lebenskultur“ entgegenzusetzen. Man wolle „keinen Fortschritt um jeden Preis, sondern einen Fortschritt mit Verantwortung für die nachkommenden Generationen, mit Augenmaß und mit Ehrfurcht vor der Schöpfung“. Dies gelte auch für die Kultur. Kultur heiße „Pflege“ – Pflege der Schöpfung und der geistig-kulturellen Werte. „Dazu gehört die Pflege unserer Geschichte, unserer Traditionen und Bräuche in all ihrer Vielfalt“. Aus seiner Geschichte schöpfe Bayern die „Kraft zur Zukunft“, so der Ministerpräsident.
 
Seehofer erwähnte zwar Bayerns Denkmäler nicht ausdrücklich. Doch fielen die Schlagwörter Bildung, Umwelt, Landschaftspflege und Kultur, die auch die Denkmalpflege umfassen. Man darf also hoffen, dass die gebaute Umwelt als wesentliche Grundlage einer lebens- und liebenswerten Heimat sowie attraktiver Städte und Dörfer seitens der Politik wieder verstärkte Wertschätzung erfahren werden. Das Denkmalnetz fühlt sich in seiner Vorreiterrolle bestätigt, das Internet als Plattform für das bürgerschaftliche Engagement in der Denkmalpflege zu nutzen, betonte Seehofer doch, dass man im Zuge des digitalen Aufbruchs Bleibendes schaffen müsse. Auch seine Forderungen nach mehr Transparenz und Beteiligung in den planerischen Verfahren sieht das Denkmalnetz Bayern angesichts von Seehofers Haltung in größere Reichweite gerückt.
 
Nicht zuletzt legte der Regierungschef ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit ab. „Wie bei der finanzpolitischen Zukunftsvorsorge werden wir auch die natürlichen Lebensgrundlagen für kommende Generationen bewahren. Wenn ich in diesen Tagen häufig von Berlin wieder nach Bayern komme, sehe ich vom Flugzeug aus unser wunderbares Land. Die Schönheit von Natur und Landschaft, sauberes Wasser, reine Luft und ein gesunder Boden – das sind die wahren Schätze Bayerns.“ Bleibt nur hinzuzufügen: die reiche Denkmallandschaft, die dem Gesicht des Landes erst die feinen und unverwechselbaren Züge gibt. Möge es gelingen, sie in gemeinsamer Kraftanstrengung mit allen gesellschaftlichen Protagonisten für die Zukunft zu bewahren. Auch die Staatsregierung ist gefordert, ihrer Verantwortung gerecht zu werden.
 
Zum Wortlaut der Regierungserklärung

Veröffentlicht am: 09.12.2013