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Ehrenamtliche erhalten Einblick in die Schatzkammern des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege

Vor der Sommersitzung des Arbeitskreises des Denkmalnetzes Bayern führte Dr. Walter Irlinger, Abteilungsleiter Denkmalerfassung beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, durch den Amtssitz in der Münchner Alten Münze am Hofgraben. Über zwanzig Interessierte vollzogen zunächst die Geschichte des alten Gebäudes nach bis es dann in medias res ging.

Zunächst verdeutlichten Karten das Potential des archäologischen Luftbildbeflugs, den es kriegsbedingt erst seit 1963 in Deutschland gibt. Für die Zeit davor wird auf amerikanisches Material zurückgegriffen. Dann zeigte Dr. Markus Hundemer, Stellvertretender Referatsleiter Dokumentationswesen, einige Schätze. Aus seinem umfangreichen Bildarchiv demonstrierte er zum Thema Kunstdenkmäler in Bayern das Original des ersten, 1865 von König Maximilian in Auftrag gegebenen Bandes mit Abbildungen in der damals hochmodernen und entsprechend ungemein teuren Lichttechnik. Schließlich ging es ins Planarchiv, dessen 37.000 Pläne für die Bauforschung zur Rekonstruktion und Restaurierung von Denkmälern unersetzlich sind.

Der Schnelldurchgang endete im Fotoarchiv. Die dort höchst sensibel gelagerten Dias und Fotos werden je nach Finanzlage seit einigen Jahren digitalisiert. Sukzessive werden die Originale an das Bayerische Hauptstaatsarchiv abgegeben, wo sie unter konservatorisch optimalen Bedingungen dauerhaft gesichert werden. Welche Geschichten aus nur einem alten Foto in sozialer, baugeschichtlicher, politischer und wirtschaftshistorischer Hinsicht erzählt werden können, zeigte Hundemer so fesselnd, dass sich die Gruppe nur nach wiederholtem Hinweis auf die wartende Tagesordnung des Arbeitskreises mit herzlichem Dank von den kenntnisreichen Denkmalpflegern verabschieden mochte.
 
Text: Anja Behringer

Veröffentlicht am: 09.08.2015