Die Denkmäler von Bamberg werden mobil

Eingetragen von: Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V.
Veröffentlicht am: 16.04.2016

Im Jahr 2013 erhielt die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V. für ihr 45-jähriges Engagement zum Erhalt des historischen Stadtbilds den mit 5.000 Euro dotierten Kulturförderpreis der Weltkulturerbestiftung Bamberg. Als ein der Gemeinnützigkeit verpflichteter Verein möchten die ehrenamtlich Tätigen dieses Geld den Bewohner/-innen und den Gästen Bambergs nun "zurückgeben". Sie tun dies mit einem so ehrgeizigen wie zielführenden Projekt - der Internetseite "denkmal-bamberg.de".

Der Verein hat damit eine Internetseite konzipieren lassen, durch die Informationen zu allen Denkmälern Bambergs verfügbar sein werden - zu Hause am PC oder unterwegs am Smartphone. Über den kostenfreien und direkten Zugang, ohne Werbung und barrierefrei, mit kurzen Downloadzeiten und geringem Datenverbrauch können Denkmalinteressierte Wissenswertes künftig zu allen Einzeldenkmälern der Stadt abrufen.

Die Startseite ist ein interaktiver Stadtplan, auf dem sämtliche Einzeldenkmäler Bambergs (es sind geschätzte 1.800 Objekte) zunächst in der Farbe grau erscheinen. Zum Online-Start am 26. April 2016 werden ca. 300 Objekte (Gebäude, Hausfiguren, Brunnen etc.) auf dem Stadtplan rot markiert sein. Durch Anklicken öffnet sich die dazu passende Information. Zusammen mit bis zu drei Fotos erscheinen die Adresse, eine Bezeichnung oder ein Hausname (so vorhanden) und ein Kurztext. "Das aber", so der 1. Vorsitzender Dr. Jörg Händler, "schien uns nicht genug. Unsere Intention war, den Interessierten die Vielfalt der Bamberger Denkmäler mit wissenschaftlich fundierten Erläuterungen noch näher zu bringen, weshalb jeder, der noch mehr Details wissen möchte, diese über ein bis zwei weitere Klicks nachlesen kann". Für Lokalkolorit sorgen die Titel dieser weiterführenden Links, die sich "a weng mehr" oder, falls es Berichtenswertes gibt, "G'schichtla" nennen.

Das Einmalige an der Seite ist jedoch ihre "Mobilität", denn wer mit seinem Smartphone unterwegs ist und die GPS-Ortung zulässt, kann sich so auf dem Stadtplan verorten und alle denkmalgeschützten Objekte im direkten Umfeld erkennen und abrufen. Hilfreich ist dabei die sogenannte "responsive"-Programmierung, die eine optimale Darstellung auf dem Bildschirm garantiert.

Natürlich kann ein solches Mammutprojekt nicht ohne Hilfe von außen durchgeführt werden. Der Dank der Schutzgemeinschaft gilt deshalb dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, im Besonderen Hauptkonservator Dr. Thomas Gunzelmann, der den Plan von Anfang an befürwortet und begleitet hat. Für das Formulieren der Texte beschäftigt der Verein Lore Kleemann, eine profunde Kennerin der Bamberger Geschichte. Sie hat Denkmalpflege an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg studiert, ist Gästeführerin und als Dozentin an der VHS Bamberg tätig. Auf Basis der offiziellen Denkmalliste und den Beschreibungen in dem vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege herausgegebenen Großinventar ergänzt sie die Informationen mit eigener Recherche.

Am 26. April 2016 geht das "work-in-progress"-Projekt im großen Saal der VHS Bamberg mit ca. 300 Objekten online (Beginn 19 Uhr). Diese Zahl wird sich in den nächsten Monaten sukzessive erhöhen, bis am Ende alle in der Denkmalliste eingetragenen Objekte rot markiert und beschrieben sein werden.

Dazu muss der Verein noch viel Arbeit und auch Geld investieren. Sofern alles gut geht, könnte das ehrgeizige Projekt im Jahr 2018 beendet sein - vorläufig, denn auch die Unterschutzstellung von Denkmälern durch das Amt ist nie abgeschlossen, sondern ebenfalls eine immerwährende und faszinierende Herausforderung.