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Große Unterstützung: Denkmalnetz Bayern begrüßt Altstadtleitlinien von Münchens Stadtheimatpfleger Gert Goergens

Stadtheimatpfleger Gert Goergens war Gast beim Treffen der Ortsgruppe München des Denkmalnetzes Bayern am 28. Juli 2016. Er stellte seine kürzlich erschienenen Leitlinien zum Planen und Bauen in der Altstadt München vor. Anschließend gab es Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

Ein wichtiger Schritt

Die Leitlinien, die Bauherren und Investoren im Ensemble Altstadt als Orientierungshilfe dienen sollen, wurden von allen Teilnehmern als wichtiger Schritt hin zum Schutz der historischen Münchner Mitte und ihrer gewachsenen Qualitäten gesehen. Besonders die Orientierung am überlieferten, historischen Stadtgrundriss, die Erhaltung oder Wiederherstellung der kleinteiligen Parzellierung, die Maßstäblichkeit von Neubauten und der Verzicht auf die Zusammenlegung von Parzelleneinheiten fanden große Zustimmung. Hervorgehoben wurden auch die Bedeutung ortstypischer Fassadengestaltungen mit ortsüblichen, regionalen Materialien, die Förderung lebendiger Dachlandschaften mit geneigten Dachflächen und der Ansatz „Erhalt vor Abriss“.

Kein „zahnloser Tiger“

Gert Goergens zeigte sich mit der bisherigen Wirkung seiner Altstadtleitlinien durchaus zufrieden: In einigen jüngst angelaufenen Wettbewerbsverfahren würden sie bereits bei der Ausschreibung berücksichtigt und bisweilen sogar wörtlich übernommen. Er trat damit Sorgen entgegen, dass die Altstadtleitlinien aufgrund Ihrer rechtlichen Unverbindlichkeit zu wenig zum Schutz der sensiblen Altstadt beitragen könnten. Auch die Stadt fühle sich spürbar an die Leitlinien gebunden und berücksichtige sie schon jetzt bei aktuellen Planungen, so Goergens. Das gelte zum Beispiel auch bei den anstehenden Maßnahmen rund um den Sattlerplatz (Hirmer-Parkhaus).

Geltungsbereich erweitern

Sehr deutlich wurde der Wunsch der Teilnehmer, die Leitlinien in ihrer Geltung über das Altstadtensemble hinaus zu erweitern. Auch andere besonders schutzbedürftige Viertel – als Beispiele wurden Schwabing, Neuhausen, Haidhausen oder Maxvorstadt genannt – sollten einbezogen werden und von vergleichbaren Vorgaben profitieren. Einige Mitglieder setzten sich außerdem dafür ein, Rekonstruktionen als in München bereits vielerorts erfolgreich praktizierte Lösung in die Leitlinien aufzunehmen. Darauf wollte sich Gert Goergens jedoch nicht festlegen. Gleichzeitig betonte er aber, die Altstadtleitlinien könnten stetig ergänzt und weiterentwickelt werden.

Volle Unterstützung

Die Münchner Ortsgruppe des Denkmalnetzes Bayern mit allen in ihr organisierten Vereinen und Initiativen dankte dem Stadtheimatpfleger für sein großes Engagement und den Grundstein, den er mit seinen Leitlinien für den Schutz der Altstadt gelegt hat. Gleichzeitig sicherten sie ihm für die Um- und Durchsetzung ihre volle Unterstützung zu.

Die Leitlinien in voller Länge als PDF zum Download: www.muenchen.de/rathaus

Veröffentlicht am: 30.08.2016