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Würzburger Abrisskalender

03.02.2020: Erstmals gibt es 2020 auch einen Abrisskalender für Würzburg. In zwölf Motiven stellt der AK Denkmalschutz Würzburg "aktuelle städtebauliche Dramen" vor. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die vergangene Legislatur des Stadtrates gelegt und Abrisse und Verschandelungen aus jüngster Zeit vorgestellt und Schlußfolgerungen für einen besseren Denkmalschutz präsentiert. Der Kalender war so erfolgreich, dass er seit Mitte Dezember bereits in der fünften Auflage vorliegt (Stand 31.1.2020; Buchhandlung Knodt; Textorstr. 4).

Der Arbeitskreis Denkmalschutz schreibt: Wohl zum ersten Mal gibt es nun für das kommende Jahr 2020 einen Würzburger Abrisskalender. Er kann gratis erworben werden. Allerdings bitten wir um eine Spende für die Heiner-Reitberger-Stiftung, die sich für Denkmäler in Würzburg einsetzt. Im Abrisskalender werden unter dem Untertitel „jüngste, anstehende oder wieder aktuelle städtebauliche Dramen“ zwölf Monatsmotive vorgestellt, die aktuelle Verluste im Stadtbild thematisieren. Wir wollen damit Bewusstsein dafür schärfen, wie viel historische Bausubstanz hier in kurzer Zeit verloren geht. In knappen Texten werden die Vielfalt an Ausreden aufgezeigt, warum es in Würzburg nicht gelingt, die wenigen noch vorhandenen Bauten zu erhalten. Unweigerlich muss man sich fragen, warum es andere Städte schaffen, gleich ein Vielfaches davon zu erhalten, seien es zum Beispiel Bamberg, Regensburg, Heidelberg, Tübingen oder Lüneburg. Und diese Städte kollabieren auch nicht. Teilweise zeigen wir Wege auf, wie die Stadt Strukturen ändern könnte, um mehr Denkmalschutz zu realisieren.

Elf der vorgestellten Motive gehen auf Vorgänge in der aktuellen Legislatur zurück, darunter die US-amerikanische 50er-Jahre Tankstelle, die alte Umweltstation, das letzte Gerberhaus der Stadt, die Gaststätte zum Onkel oder die 20er-Jahre Wohnanlage mit Art déco Stilelementen in der Sanderau. Als weiteres Motiv stellen wir den barocken Pavillon und den bereits 2011 verschwundenen Garten in der Spiegelstraße vor, da wir das Thema weiterhin für aktuell halten durch die Diskussion um den Erhalt von Grünflächen in engbebauter Umgebung in Zeiten des Klimawandels und sich aufheizender Städte im Sommer. Außerdem wird immer noch diskutiert, warum die neue Fußgängerzone so grau ist.

Als wir unsere Idee bei einem lockeren Gespräch mit uns bekannten Architekten erwähnten, bekamen wir prompt die Antwort „In Würzburg ist es ja nicht schwer 365 abgerissene historische Bauten aus jüngster Zeit zu finden“. Sicherlich stimmt der Satz, aber so viele passende Fotos hatten wir nicht. Dagegen reichten unsere Dokumente für 52 Wochenmotive. Um jedem Motiv gerecht zu werden, sind es nun zwölf Monatsmotive geworden, teilweise mit Hinweisen zu ähnlichen Bauten.

Der Kalender kann abgeholt werden in der Buchhandlung Knodt, Textorstraße 4. Oder aber bestellt werden unter ak-denkmalschutz@gmx.de

Die Abgabe erfolgt kostenlos, um eine Spende für die Heiner-Reitberger-Stiftung wird gebeten. Spendenboxen stehen bereit und die IBAN findet sich auf der Rückseite des Kalenders - Kontoinhaber Heiner-Reitberger-Stiftung - IBAN DE84 7907 0016 0014 7850 01.

Eingetragen von:

Arbeitskreis Denkmalschutz Würzburg

Veröffentlicht am: 03.02.2020