Titelseite Bauberater, Heft 1 1994, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege, Abbildung: Architekt Joachim Zangenberg

„Spiritualität und Materie“ - nochmal zum Wohn- und Atelierhaus von Fritz Koenig, Ganslberg in Altdorf bei Landshut

Eingetragen von: Sprecher des Denkmalnetzes
Veröffentlicht am: 17.02.2021

„Der Bauberater“ ist eine traditionsreiche Publikation des 1902 gegründeten Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Von interessierten Laien und vor allem von Architekten sehr geschätzt, werden darin aktuelle Bauprojekte vorgestellt. Heft 1, 1984, S. 34 – 48, thematisierte ausführlich die Reithalle für Fritz König auf dem Ganslberg. Zu lesen ist dort, dass Bauherr und Architekt sich in „…allen Detailfragen…in einem ständigen geistigen Ringkampf strapazierten.“ Das heißt, Fritz Koenig war nachweislich eng und engagiert an der Planung beteiligt und man darf wohl daraus schließen, dass der Bauherr auf die Konzepte seines Architekten für die Hauptgebäude ebenfalls und Kraft seiner Persönlichkeit Einfluss nahm.

Der Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege hat sich jüngst in zwei lesenswerten Interviews erneut zu den Denkmalwerten des Ganslberg geäußert und dabei bekannt gegeben, dass nun ein „Arbeitskreis“ die Eintragung in die Denkmalliste diskutieren soll (10. Februar 2021, leicht zugänglich über: https://www.freunde-fritz-koenig.de).

Lesenswert sind die Interviews

1.   Wegen der dort noch unbekannten Antwort auf die vom Landesamt aufgeworfene Frage, wie man „Spiritualität und Materie“ zusammenbringt: Obgleich für die Denkmaleigenschaft von Koenigs Lebens- und Arbeitsort eigentlich unerheblich, findet man des Rätsels Lösung bereits im „Bauberater“ von 1984.

2.   Weil sich dort eine bayerische Behörde darstellt, die für die selbstverständliche Erledigung ihrer zentralen Dienstleistungen, dazu gehört die „tagesaktuelle“ Denkmalliste, einen „offiziellen Antrag“ vermisst.