Als Dorfmittelpunkt und Begegnungsstätte für Jung und Alt möchte der Sittenbacher Heimatverein das Vereinshaus von 1910 wiederbeleben.

Zugestimmt oder zurückgestellt? Umstrittener Sanierungsantrag für historisches Gemeindehaus in Sittenbach

Veröffentlicht am: 30.07.2012

30.07.2012: „Sittenbach feiert Etappensieg“ titelte die Lokalausgabe des Münchner Merkur nach der letzten Gemeinderatssitzung in Odelzhausen (Lkr. Dachau). Eine knappe Mehrheit hatte am 3. Juli einem Antrag des Heimatvereins Sittenbach zugestimmt, das Dach des historischen Gemeindehauses sanieren zu lassen – so jedenfalls haben es Besucher und die beiden anwesenden Zeitungsreporter beobachtet. Nun wird die Entscheidung zum Zankapfel. Im Entwurf für das Sitzungsprotokoll ist vom Abstimmungsergebnis zugunsten der Sanierung nämlich nicht mehr die Rede. 

In dem Dokument heißt es nun, der Antrag sei zurückgestellt worden. Am Dienstag muss der Gemeinderat entscheiden: gibt das Protokoll das wahrheitsgemäße Abstimmungsergebnis wieder oder nicht? Der „Heimatverein ad honorem Sittenbach“ befürchtet das Schlimmste. Die Gruppierung setzt sich dafür ein, das 1910 als katholisches Vereinshaus errichtete Gebäude als Mittelpunkt und Begegnungsstätte für Jung und Alt in dem zur Gemeinde gehörenden Dorf Sittenbach wiederzubeleben. Gegner des Projekts plädierten wiederholt für einen Abbruch des ortsbildprägenden Hauses mit seiner reizvollen Baugestalt.
 
Wie vom Gemeinderat vor einiger Zeit gefordert, hat der Verein inzwischen umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Neben einem Nutzungskonzept haben die Mitglieder drei Angebote für die Dachsanierung einschließlich einer Dämmung bei der Gemeinde vorgelegt, die alle unter der vom Gemeinderat gewünschten Deckelung liegen.
 
Der Verein appelliert nun an die Gemeindeverwaltung, die „demokratisch getroffene Entscheidung“ zu akzeptieren. Das Denkmalnetz Bayern ruft die politisch Verantwortlichen auf, das bürgerschaftliche Engagement zugunsten des historischen Gebäudes wertzuschätzen. „Hier ist ein geschichtsträchtiges Haus Kristallisationspunkt beeindruckenden bürgerlichen Gemeinsinns“, sagt Johannes Haslauer, Sprecher des Bündnisses. „Diese Energien sollte die Gemeinde zum Wohl der Allgemeinheit nutzen“.