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Ehrung für Ingenieursleistungen am historischen Erbe – Bayerischer Denkmalpflegepreis 2012 verliehen

28.09.2012: Ingenieure und Architekten sind Partner des Denkmalschutzes. Deshalb zeichneten im September der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und Heinrich Schroeter, der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, von 51 Einreichungen sechs bayerische Bauwerke mit dem Bayerischen Denkmalpflegepreis 2012 aus.

Die Gewinner der deutschlandweit einzigartigen Auszeichnung kommen aus den Regierungsbezirken Schwaben, Mittelfranken, Niederbayern und der Oberpfalz. Ausgezeichnet wurden die statische Ertüchtigung der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum in Sielenbach, die ingenieurtechnische Aufarbeitung der schwingungsanfälligen Konstruktion der Nürnberger Kettenstegbrücke und die Instandsetzung der historischen Ofenhalle der Glashütte Lamberts in Waldsassen ebenso wie die Behebung gravierender Substanzschäden an den Beck'schen Häusern in Nördlingen und die energetische Sanierung des Herrenschießhauses in Nürnberg.

Mit dem alle zwei Jahre verliehenen und nun dritten Bayerischen Denkmalpflegepreis würdigen die Kammer und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege öffentliche und private Bauherren, die sich in vorbildlicher Weise für den Erhalt von denkmalgeschützten Bauwerken in Bayern eingesetzt haben. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den herausragenden Leistungen der Ingenieure, die maßgeblich zum Erfolg der Instandsetzungen beigetragen haben.

Für die Gewinner der Kategorie „Private Bauwerke“ stellte die Kammer zusätzlich ein Preisgeld von 10.000 Euro bereit. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich private Bauherren der Herausforderung stellen, ein Denkmal zu sanieren. Durch das Preisgeld möchten wir diesen Einsatz besonders würdigen“, sagte Kammerpräsident Schroeter. Er erklärte, dass in der Kategorie „Öffentliche Bauwerke“ zweimal Gold verliehen wurde, „da beide Lösungen herausragend waren, aber die Schwerpunkte der Ingenieurlösungen nicht miteinander vergleichbar“.

Innenminister Joachim Herrmann betonte, dass es bei der Instandsetzung von Baudenkmälern nie um Standardlösungen oder vielfach erprobte und praktizierte Einheitsverfahren ginge, denn "um den Charakter eines Denkmals zu erhalten und es dennoch für moderne Zwecke und Ansprüche nutzen zu können, brauchen wir individuelle Lösungen. Hier sind Flexibilität, Kreativität und Gespür für alte Bausubstanz gefragt“. Zumal sich 70 Prozent der bayerischen Denkmäler in Privatbesitz befinden, wie er hinzufügte. Von den 18 Millionen Euro städtebaulichen Fördermitteln für den Denkmalschutz löse ein Euro das Zehnfache an Investitionen aus.

Als "Eckpfeiler beim Denkmalerhalt" würdigte Sebastian Sommer, Landeskonservator beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, die Ingenieure und Planer: "Ohne ihre Kenntnis, ohne ihren Ideenreichtum, ohne ihren Willen, das Althergebrachte ebenfalls als wichtige menschliche Errungenschaft, ganz konkret als Bauleistung und Teil unserer Baukultur, anzuerkennen und weiterzunutzen, lassen sich eventuelle Schäden im Tragwerk, im Dachwerk, notwendige neue Sanitäreinrichtungen, energetische Ertüchtigung usw. nur zum Schaden des Objekts beseitigen bzw. einfügen".

Fotos der ausgezeichneten Objekte und ihre Beschreibung finden sich auf der Seite der Bayerischen Ingenieurekammer Bau.

Anja Behringer, Denkmalnetz Bayern

Veröffentlicht am: 28.09.2012