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Die Villa in der Kolbergerstraße 5 ist gerettet

21.07.2013: Erfolg für die Bürgerinitiative „Kulturgut Herzogpark“: Die Walmdachvilla in der Kolbergerstraße 5 bleibt in der Denkmalliste. Kürzlich wurde die Petition der Bürgerinitiative im Landtags-Ausschuss für Hochschule, Forschung und Kultur beraten. Das einstimmige parteiübergreifende Votum bestätigte das Ergebnis, zu dem der Landesdenkmalrat schon zuvor gekommen war. Damit wird die Entscheidung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege vom Januar, die Villa aus dem Jahr 1923 aus der Liste der bayerischen Denkmäler zu streichen, außer Kraft gesetzt.

Seit Januar 2013 hatte sich die Initiative für die Wiedereintragung der Villa in die Denkmalliste eingesetzt. Die Bürgerinitiative hatte von Anfang an Fakten zur Bau- und Nutzungsgeschichte recherchiert und das Gespräch mit Behörden und Politikern gesucht. Die Aktivitäten wurden begleitet von einer Homepage (www.kulturgutherzogpark.de) und einem Facebookprofil. Die Unterschriftensammlung für die Petition beim Bayerischen Landtag zeigte einen überwältigenden Erfolg: „3.000 Bürgerinnen und Bürger haben mit ihrer Unterschrift die Ziele der Initiative unterstützt. Diese unglaubliche Resonanz hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen“, so Fiona Mallin von der Bürgerinitiative. Die Unterschriften wurden persönlich an Dr. Thomas Goppel, dem Vorsitzenden des Landesdenkmalrates und des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur übergeben. Goppel sprach der Initiative für ihr Engagement große Anerkennung aus.

Die Entscheidungen der Gremien beruhten auf einer Prüfung des Sachverhalts durch das zuständige Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, das zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen war. Auch der Münchner Stadtheimatpfleger und die Untere Denkmalschutzbehörde hatten sich von Beginn an gegen die Streichung der Villa von der Denkmallliste ausgesprochen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege konnte sich nach den neuesten Erkenntnissen dem Verbleib der Villa in der Kolbergerstraße 5 auf der Denkmalliste anschließen.
 
Fiona Mallin von der Bürgerinitiative: „Das monatelange Engagement unserer Bürgerinitiative hat sich gelohnt. Nach langem Ringen um den Erhalt der Villa haben die zuständigen fachlichen Gremien und Behörden gemeinsam mit der Politik ein Zeichen gesetzt. Das konstruktive Zusammenwirken aller Entscheidungsträger ist ein ermutigendes Signal für die bürgerschaftlichen Bemühungen um den Erhalt denkmalgeschützter Substanz in München und Bayern. Unser Anliegen ist ein achtsamer Umgang mit Baudenkmälern und dem Münchner Stadtbild. Auch die kleinen Denkmäler erzählen von Geschichte, erzeugen Heimatgefühl und prägen Identität. Gerade in diesem Zusammenhang ist die Villa in den vergangenen Wochen zum Symbol für den Bürgerwillen geworden. Politik und Behörden haben das Engagement der Bürgerinnen und Bürger gehört und ernst genommen. Unser Vertrauen auf einen konstruktiven Dialog, auf Fachargumente und Beharrlichkeit haben sich gelohnt.“
 
Auf dem Weg zum Erhalt der Villa erfuhr die Bürgerinitiative „Kulturgut Herzogpark“ große Unterstützung von vielen Seiten, von Kommunal- wie Landespolitikern, dem Münchner "Bündnis Gartenstadt" und dem Denkmalnetz Bayern. Ein Stück des von Thomas Mann 1919 als "Zaubergarten" charakterisierten Herzogparks bleibt erhalten.

Veröffentlicht am: 21.07.2013