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Ehrenamtlich Kulturlandschaft erfassen

Eingetragen von: ParkOS
Veröffentlicht am: 07.10.2013

07.10.2013: Über Jahrhunderte prägte der Mensch durch Nutzung und Kultivierung die ihn umgebende Landschaft. Die so entstandenen Kulturlandschaften sind – je nach Region verschieden – durch zahlreiche charakteristische Elemente geprägt. So haben sich neben vielen weiteren Spuren menschlicher Nutzungen im tertiären Hügelland beispielsweise tiefe Hohlwege eingeschnitten. Erdinger und Freisinger Moos waren von ausgedehnten Streuwiesen geprägt – Eigenheiten dieses Landschaftsbildes. Durch landschaftsverändernde Prozesse wie die Intensivierung von Flächennutzungen oder bauliche Maßnahmen sind Kulturlandschaften und ihre historischen Elemente zunehmend von einer unumkehrbaren Zerstörung bedroht. Problematisch ist dabei nicht der Landschaftswandel an sich, sondern die hohe Geschwindigkeit und geringe Steuerung der Veränderungen.

Zum 1. September 2011 startete deshalb unter Leitung des Instituts für Landschaftsarchitektur der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ein Kooperationsprojekt in den LEADER-Regionen Mittlere Isar und Altmühl-Jura mit dem Ziel, die dortige Kulturlandschaft in ihrer typischen Ausprägung und mit ihren charakteristischen historischen Elementen ins Bewußtsein der Bevölkerung zu rufen und planvoll entwickeln zu können. Dafür begeben sich die Initiatoren gemeinsam mit Bürgern des Projektgebietes auf die Suche nach Spuren in der Landschaft, die von historischen Nutzungen, Herrschafts- und Lebensverhältnissen zeugen. Diese Kulturlandschaftselemente sollen erfasst und im Internet-Portal "KLEKs - Das Kulturlandschafts-Wiki" beschrieben und dokumentiert werden.
 
Das Projekt läuft bis 31. Mai 2014 und ist in mehrere Etappen gegliedert. Die geschichtliche Entwicklung der Kulturlandschaft wird dargestellt. Dazu werden beispielhaft typische Kulturlandschaftselemente des Projektgebietes ermittelt und präsentiert. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit wird die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert und zur Mitwirkung angeregt.
 
Interessierte Bürger sind eingeladen, ehrenamtlich im Projekt mitzuarbeiten und erhalten Handlungsanleitungen, Werkzeuge und Hilfestellung zur langfristigen selbständigen Erfassung von historischen Kulturlandschaftselementen in ihrer Heimat. Die Übernahme von Eigenverantwortung bildet die grundlegende Chance zu ihrem Erhalt.
 
Ein Anliegen des Projektes ist die Gewinnung einer hohen Bürgerbeteiligung. So bilden die ehrenamtlichen Mitarbeiter das Fundament des gesamten Unternehmens. Als wissenschaftlicher Beirat fungiert die projektbegleitende Arbeitsgruppe. Das Projektmanagement, das die Zusammenarbeit aller Beteiligten und den Ablauf des Projektes koordiniert, appelliert: „Wer kann wissen, wie unsere Vorfahren die Landschaft genutzt und dadurch gestaltet haben, was verschwunden ist und was sich noch heute zeigt? Niemand besser als Sie - oder Ihr Nachbar - oder die Großeltern: ein Schatz an Wissen, den wir gemeinsam mit Ihnen heben möchten. Hobby-Historiker, Amateur-Fotografen und Archivstöberer, aber vor allem jeder, der sich einfach nur für seine Umgebung interessiert, ist zur Mitarbeit bei der Erfassung von historischen Kulturlandschaftselementen eingeladen. Es gibt viele Möglichkeiten aktiv zu werden - oder besuchen Sie unsere Info-Veranstaltungen und Schulungen.“
 
Nähere Informationen und Kontakt unter www.heimat-erkennen.de.