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Gemeindehaus von 1910 in Sittenbach, Landkreis Dachau

Eingetragen von:
Heimatverein ad honorem Sittenbach e.V.

Eingetragen am:Geändert am:
08.05.201209.10.2018
Bayerische Denkmalliste:Typ:
nicht eingetragen Nicht eingetragen

Beschreibung:

"In seiner Gestaltung ist das Gemeindehaus unwiederbringlich! Für die Sittenbacher stellt sich eine echte Aufgabe, dieses Kleinod zu erhalten, um dem Ortsbild noch mehr Ausdruck zu verleihen." So heißt es in der Bewertung, als der Ort Sittenbach im Jahr 2008 beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden" mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet wurde.

Das 1910 gebaute Katholische Vereinshaus besticht durch seine reizvolle Baugestalt mit Walmdach, Erkern und Giebeln.

Gefährdung:

Das Landesamt für Denkmalpflege lehnte einen Eintrag in die Denkmalliste ab. Die Gemeinde scheut die Kosten einer Sanierung, lieber will sie das geschichtsträchtige Haus abreißen lassen und das Grundstück verkaufen.

Der Heimatverein ad honorem Sittenbach e.V. hat ein umfangreiches Nutzungskonzept erstellt. Mehrere Fachleute haben das Gebäude unabhängig voneinander besichtigt und bestätigt, dass das Gebäude auf jeden Fall sanierungswürdig ist. Der Erhalt des ortsbildprägenden Gebäudes wäre ein Gewinn für alle – Alte und Junge, Einheimische und Neubürger - und würde die Identifikation mit dem Heimat- und Wohnort stärken und letztlich auch den Zusammenhalt fördern. Der Verein setzt auf ein Miteinander, so dass Energien gebündelt werden und eine für alle nachhaltige und ökonomische Lösung gefunden werden kann.

Im November 2011 beschloss der Gemeinderat, von einem Sachverständiger eine Kostenschätzung für eine Sanierung erstellen zu lassen. Die Vereinsmitglieder sollten prüfen, welche ehrenamtlichen Eigenleistungen sie leisten können.

Im Juni 2012 stellte der Heimatverein einen Antrag an den Gemeinderat, das Dach zu sanieren. Diesem Antrag wurde bei der Gemeinderatssitzung im Juli zugestimmt, der Beschluss allerdings nur unter Vorbehalt ins Sitzungsprotokollaufgenommen. Erst durch Intervention des Vereins und des Denkmalnetzes Bayern wurde das Protokoll richtig gestellt.

Im Herbst 2012 lag der Gemeinde schließlich der Kostenvoranschlag eines Architekten für eine vollständige Sanierung vor, der sich auf rund 470.000 Euro belief. Der Bürgermeister zeigte sich allerdings lediglich bereit, eine Summe von 400.000 Euro mitzutragen. Bei den Haushaltsberatungen für 2013 schlug er vor, eine Summe von 300.000 Euro einzustellen; der Gemeinderat nahm dies mit deutlicher Mehrheit an. In den Haushalt für 2012 ließ er die Summe von 50.000,-- € für die Dachsanierung aufnehmen.
 
Zwar erteilte die Verwaltungsgemeinschaft Odelzhausen Ende September den Auftrag an die Handwerker zur Dachsanierung, doch stellte man Anfang November plötzlich einen angeblichen Formfehler fest und stoppte sofort die Handwerker.
 
Ende Oktober 2012 wurden dann einige Vertreter des Vereins zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses eingeladen, zu der jedoch fast alle Mitglieder des Gemeinderats erschienen. Der Bürgermeister schlug nun dem Heimatverein vor, das Gebäude für 1 Euro pro Jahr zu übernehmen und die Kosten auf 400.000 Euro zu deckeln. Dies wäre für den Verein eine optimale Lösung. Jedoch: die Gemeinderäte versuchten nun wie auf einem türkischen Bazar die Kosten bis auf 250.000 zu drücken. Einigkeit wurde nicht erzielt, die Vereinsmitglieder wurden vorher wieder verabschiedet.
 
Die Zukunft des Hauses steht damit momentan wieder auf wackligen Füßen. Die Gemeinde muss sich endlich klar zu ihrem historischen Erbe bekennen.

Rettung:

Der Verein "Ad honorem Sittenbach e.V." hat das Vereinsheim mit vereinten Kräften und mit Unterstützung der Gemeinde saniert. Das Gebäude soll den örtlichen Vereinen als Vereinsheim dienen.

Adresse

Sittenbachstraße 36 und 38
85235 Sittenbach, Gemeinde Odelzhausen, Landkreis Dachau

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