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Ehemaliges Konzentrationslager Kaufering VII

Europäische Holocaust Gedenkstätte in Landsberg am Lech

Eingetragen von:
Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung

Eingetragen am:Geändert am:
07.02.201917.02.2019
Bayerische Denkmalliste:Typ:
eingetragen Einzeldenkmal

Beschreibung:

Ab Juni 1944 entstand im Großraum des Landkreises Landsberg am Lech der KZ-Lagerkomplex Kaufering mit elf Außenlagern des Konzentrationslagers Dachau. Unter Ausbeutung der Arbeitskraft von überwiegend jüdischen Zwangsarbeitern sollten hier unter der Oberbauleitung der Organisation Todt (Deckname Ringeltaube) drei halbunterirdische bombensichere Bunker zur deutschen Flugzeugproduktion entstehen.
Nach gegenwärtigem Wissensstand wurden in zehn Monaten ca. 23 000 KZ-Häftlinge in den KZ-Lagerkomplex Kaufering deportiert. 6500 namentlich bekannte KZ-Häftlinge überlebten diese KZ-Lager nicht. Sie liegen in den Massengräbern um Kaufering und Landsberg. Die nach Auschwitz-Birkenau und in andere Konzentrationslager „überstellten“ und dort ermordeten KZ-Häftlinge und die Opfer des Todesmarsches sind in dieser Aufzählung nicht berücksichtigt.
Fast alle Spuren des KZ-Lagerkomplexes Kaufering sind heute bis auf wenige Reste verschwunden. Nur im ehemaligen KZ-Lager Kaufering VII (südöstlich der Stadt Landsberg an der Erpftinger Straße) sind Bau- und Bodendenkmäler bis heute erhalten geblieben.

Diese sind in die Bayerische Denkmalliste eingetragen als

a) Baudenkmal: Denkmalnr.: D-1-81-130-73, „Ehem. Außenlager Kaufering VII des Konzentrationslagers Dachau, Teile des ehem. Lagers auf einer viereckigen Waldlichtung; Erdhütten, drei noch intakte sowie mehrere eingestürzte ausgemauerte Erdgruben mit Beton-Tonröhrengewölben sowie Aushebungen für 55 weitere Erdhütten; ehem. Versorgungsbauten, Fundamentreste; Einfriedung, Reste der einstigen Stacheldrahtumzäunung; ehem. Bauten der KZ-Bewacher, Fundamentreste außerhalb der Einfriedung am Feldweg zur Straße Erpfting-Landsberg (1944)“ und
b) Bodendenkmal:Denkmalnr.: D-1-7931-0084, „Untertägige Teile des Außenlagers Kaufering VII des Konzentrationslagers Dachau (1944-1945)“.

Ein Teil des ehemaligen KZ-Lagers Kaufering VII konnte durch jahrzehntelanges bürgerliches Engagement in einen würdigen Zustand versetzt, für die kommenden Generationen gesichert und zur Europäischen Holocaustgedenkstätte ausgebaut werden. Die Baudenkmäler auf dem ehemaligen KZ-Lager Kaufering VII wurden inzwischen als Bauwerke von nationaler Bedeutung bewertet. Sie „prägen das kulturelle Erbe der Bundesrepublik Deutschland mit“.

Rettung:

Nach intensiven vorbereitenden Maßnahmen in den Jahren 2009 bis 2010 wurde im Jahre 2011 das Ingenieurbüro Barthel & Maus, Beratende Ingenieure GmbH von der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. beauftragt, zusammen mit dem Architekturbüro Hölzl Untersuchungen über den Zustand der Konstruktion und Möglichkeiten zur Erhaltung der verbliebenen Häftlingsunterkünften auf dem ehemaligen KZ-Lager Kaufering VII zu erarbeiten. Im Frühjahr 2014  begannen die Konservierungsarbeiten an drei Tonröhrenbauten, die im Frühjahr 2016 abgeschlossen wurden. Veranwortlicher Projektleiter aller Maßnahmen, die von 2010 bis 2016 durchgeführt wurden, war Manfred Deiler (Präsident, Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung).
Die Baudenkmäler auf dem ehemaligen KZ-Lager Kaufering VII wurden inzwischen als Bauwerke von nationaler Bedeutung bewertet. Sie „prägen das kulturelle Erbe der Bundesrepublik Deutschland mit“.
Die Konservierung der drei intakten Baracken wurde mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages – Sonderprogramm IV, des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (BLfD), der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der Lotterie GlücksSpirale, der Bayerischen Landesstiftung, des Bezirks Oberbayern und mit Eigenmitteln der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. gefördert.
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau würdigte gemeinsam mit dem BLfD im September 2016 die Europäische Holocaustgedenksätte Stiftung e.V. mit dem Bayerischen Denkmalpflege Preis in Gold. Im Juni 2018 wurde die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. für ihre besonderen Verdienste um den Denkmalschutz mit der Medaillie des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.

An der Sanierung beteiligte Architekten:

Architekturbüro Franz Hölzl, Friedenheimer Str. 33, 80686 München

Barthel & Maus, Beratende Ingenieure, Infanteriestraße 11a, 80797 München

An der Sanierung beteiligte Handwerker:

Albrecht Autokran, 82398 Etting

Bauer Umwelt GmbH, 86529 Schrobenhausen

Firma BLUES, 81671 München

Franz Bräumann, 82399 Raisting

Torsten Dressler, 16548 Glienicke-Nordbahn

Drexl M+D Schreinerei, 8i6899 Landsberg

Siegfried Ewald, 85640 Putzbrunn

Martin Fiedler, 87739 Breitenbrunn

Fuss und Gartenschläger, 95336 Mainleus

Gerg Werkstätten, 83661 Lenggries

Lutz Bau GmbH, 86899 Landsberg

Markus Heindl, 82396 Pähl

Helmut Martin, 86899 Landsberg

Thomas Salveter, 89429 Oberbechingen

Storf GmbH und Co, 82436 Eglfing

Max Traut, 82284 Grafrath

Vöst Spenglerei, 86947 Weil

Weitere Kontaktinformationen:

EuropaeischeHolocaustgedenkstaette@gmx.de

Telefon: 08191 39298

 

Adresse

Erpftinger Straße
86899 Landsberg am Lech

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