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Klosterensemble Mussenhausen Gerettet

Sanierung eines denkmalgeschützten Klosterensembles - Umnutzung Stadel als Pilgerherberge

Am Kloster 2
87733 Mussenhausen, Markt Rettenbach

Eingetragen von:
Kloster Mussenhausen

Eingetragen am:
22.12.2019
Geändert am:
30.01.2020
Bayerische Denkmalliste:
eingetragen
Typ:
Einzeldenkmal im Ensemble

Ausgangssituation und Handlungsbedarf: Seit etwa einem Jahr sind wir (zwei befreundete Paare) Eigentümer eines denkmalgeschützten Gebäudeensembles in Mussenhausen, einem ehem. Kapuzinerkloster. Das Dorf Mussenhausen hat ca. 190 Einwohner und befindet sich im Markt Markt Rettenbach, Landkreis Unterallgäu, zwischen Mindelheim und Ottobeuren. 

Zu dem Gebäudeensemble gehören die drei folgenden Gebäude. Das Kaplanhaus von 1698, welches direkt an die Wallfahrtskirche angebaut ist. Das sogenannte Klösterl, ein Erweiterungsbau, der 1888 zur Beherbergung der Kapuzinermönche südlich an das Kaplanhaus angebaut wurde und ein Stadel (18.Jh) am südlichen Ende des Grundstücks. Des Weiteren sind der denkmalgeschützte Klostergarten mit z.T. noch erhaltener Klostermauer Bestandteil des Anwesens. Das Grundstück befindet sich am südlichen Ortsrand auf einer Fläche von 2.700qm im direkten Anschluss an die Wallfahrtskirche „Unserer lieben Frau vom Berge Karmel„ (1671). 

Die Kapuzinermönche waren für die Betreuung der, um die Jahrhundertwende, zahlreichen Pilger zuständig. Mit dem zwischenzeitlichen Rückgang der Pilgerzahlen ging auch die Entscheidung einher, das Kloster im Jahre 1986 zu schließen. 

Die Gebäude stehen nun seit 1996 leer und befinden sich in einem stark renovierungsbedürftigen Zustand. Der Walmdach Stadel an der südlichen Grundstücksgrenze ist derzeit stark einsturzgefährdet und musste notgesichert werden. 

Der Klostergarten wurde in kleinen Teilbereichen über die letzten Jahre von einigen Frauen aus dem Dorf bewirtschaftet und gepflegt. Von den ursprünglich sehr groß angelegten Nutzflächen und einer Wiese mit altem Baumbestand sind nur noch Spuren zu erkennen. 

Nach der erfolgten Baugenehmigung durch das Landratsamt Unterallgäu und in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege würden wir gerne im Frühjahr 2020 mit den Umbaumaßnahmen beginnen. 

Nutzungskonzept Kloster und Kaplangebäude Im Klostergebäude sowie teilweise im Kaplangebäude wird neuer Wohnraum für unsere zwei Familien geschaffen. Die zwei Wohneinheiten erstrecken sich über beide Geschosse. Im nördlichen Bereich des Kaplangebäudes finden die Architekturbüros von Herrn Schropp und Herrn Groß ihren Platz. 

Nutzungskonzept Stadel und Klostergarten Für die Nutzung des Stadels stellen wir uns im Erdgeschoss einen öffentlichen, multifunktionalen Raum vor. Der Stadel soll eine neue Anlaufstelle im Ort für kulturelle Veranstaltungen, als Treffpunkt für Gruppen, kreative Tätigkeiten oder Workshops werden. In erster Linie soll der Stadel jedoch als Herberge für Pilger dienen. Dafür ist im Obergeschoss des Stadels ein mit Betten ausgestatteter Schlafbereich geplant. 

Im Zuge der vielfältigen Nutzungsabsichten für den Stadel, soll auch der Klostergarten in einem Teilbereich für o.g. Nutzer bzw. Besucher geöffnet und nutzbar gemacht werden. Eine kleine Terrasse stellt das Bindeglied zwischen Stadel und Garten her und auf einem Kiesweg kann der Garten bis hin zu einer neu angelegten Streuobstwiese im hinteren Teil des Grundstücks erkundet werden. Durch die teilweise Renaturierung des Auerbachs, wird ein Abschnitt des Bachs zugänglich gemacht und bietet in Form von Sitzstufen Aufenthaltsqualität am Wasser. Durch die Reaktivierung einer bestehenden Staustufe, wird zudem die Möglichkeit den „Kneippens“ angeboten.

Pilgerherberge Das Kloster in Mussenhausen befindet sich am südlichen Ortsrand und ist ein Etappenbestandteil von vier Wander- bzw. Pilgerwegen: Dem Jakobusweg, dem Crescentia-Pilgerweg, der Hochfirst-Runde und dem Kneipp-Wanderweg. In den Sommermonaten wird das Kloster von zahlreichen Pilgern erreicht, jedoch gibt es im Dorf bisher keine Anlaufstelle für die Wanderer. 

Gerne würden wir für die Pilger eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen und somit eine neue, bzw. wiederbelebte Anlaufstelle auf den Wander- und Pilgerwegen schaffen. 

Die neue Grundrissorganisation des Stadels sieht im Erdgeschoss einen großzügigen, multifunktionalen Raum vor. Im Obergeschoss, unter dem Dachspitz, sind Schlafplätze vorgesehen. 

Neben dem Stadel bietet auch der angrenzende Garten Nutzungsmöglichkeiten, wie z.B. das „Kneippen“ im Bachbett oder einfach das Ausruhen vom Wandern. Der naturnah gestaltete Garten soll den Besuchern die Möglichkeit des Rückzugs und der Kontemplation bieten. 

Vor allem in den witterungsbedingt eher ruhigen Wandermonaten bietet der Multifunktionsraum Platz für ein breitgefächertes Themengebiet: Workshops für Yoga/Pilates, kreatives Arbeiten wie Zeichnen oder Töpfern, Mutter-Kind-Treffen, ein kleiner Veranstaltungsraum für Sektempfang nach einer Taufe oder Hochzeit in der angrenzenden Kirche, jahreszeitlich bedingte Events wie z.B. Adventskranz binden oder Kürbisschnitzen. 

Mit dem Stadel soll das Klosterensemble somit eine gewisse Öffentlichkeit zulassen und nicht das Unbekannte hinter der Klostermauer darstellen. 

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Gefährdung

Die Gebäude stehen seit 1996 leer und befinden sich in einem stark renovierungsbedürftigen Zustand. 

Rettung

Der Verkauf des Ensembles wurde durch die Pfarrgemeinschaft Markt Rettenbach initiiert.

An der Sanierung beteiligte Architekten

Christian Groß Architektur, Dipl. Ing. (FH) Architektur

Veronika Groß (geb. Waldthausen), Dipl. Ing. Architektur

Armin Schropp Architektur, M.Sc. Architektur

Franziska Kreft, M.Sc. Landschaftsarchitketur

Weitere Kontakte

Eigentümergemeinschaft

Franziska Kreft & Armin Schropp / Veronika Groß & Christian Groß 

Kemptener Straße 20, 87733 Markt Rettenbach 

kloster.mussenhausen@gmx.de

Weitere Informationen