Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz veröffentlicht ihr zweites Schwarzbuch der Denkmalpflege
Ein bundesweiter Lagebericht zur Situation des Denkmalschutzes in Deutschland
In der Publikation werden neben konkreten Beispielen auch die Hintergründe erläutert und aufgezeigt, was sich ändern sollte. Die Stiftung fordert unter anderem eine bundesweite Erfassung des Denkmalbestands, mehr Kompetenzen für Fachbehörden, eine Entlastung der Denkmaleigentümer und niedrigschwellige Förderprogramme. Außerdem sollten Abrisse und Streichungen von Denkmälern transparent veröffentlicht werden.
Auch in Bayern sind in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche geschützte Baudenkmäler verloren gegangen. Bundesweit dokumentiert die Stiftung für die Jahre 2024 und 2025 mehr als 1.000 Abrisse, Zerstörungen oder Aberkennungen des Denkmalstatus. Die tatsächlichen Verluste dürften noch höher liegen, da Gebäude teilweise bereits zuvor aus den Denkmallisten verschwunden seien.
Hotel Luis in Dinkelsbühl
Als gravierende Verluste werden für Bayern ein Fachwerkhaus von 1600 in Winkelhaid, das 2025 abgerissen wurde, und das aus dem 16. Jahrhundert stammende Hotel Luis in Dinkelsbühl ausführlich vorgestellt. Trotz Engagements vor Ort wurde es 2023/24 nach einem Brand abgerissen.
Kriegsgefangenenlager Stalag VII A
Gerettet wurde dagegen das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag VII A in Moosburg an der Isar. Dank des unermüdlichen Einsatzes des Stalag Moosburg e.V., soll dort ein Dokumentationszentrum entstehen.
Gasthaus „Zum Weißen Schwanen“ in Thurnau
Als gefährdet gelten unter anderem die 1870 errichtete alte Schule in Ballingshausen sowie das ehemalige Gasthaus „Zum Weißen Schwanen“ in Thurnau aus dem 17. Jahrhundert.
Gegen den Abrissbescheid des „Weißen Schwanen“ klagt derzeit das Denkmalnetz Bayern, unterstützt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Vor Ort setzt sich die Initiative „Mein lieber Schwan“ für den Erhalt des Gebäudes ein. Auf einer eigens eingerichteten Website wird ausführlich über Geschichte und Bedeutung des Baudenkmals sowie die Verkehrsplanung informiert. Dort kann auch eine Petition zum Erhalt des Denkmals unterzeichnet werden.
Presseschau (Auswahl)
Was in Bayern unwiederbringlich verloren gegangen ist
SZ, 18. August 2026
Zahlreiche Abrisse: Denkmalschützer schlagen Alarm
BR24 Kulur, 19. August 2026
Denkmalschutz in Bayern: Viele historische Gebäude verloren
Sonntagsblatt, 19. August .2026
Deutschland: In zwei Jahren sind über tausend historische Gebäude verloren gegangen
Finestre sul'Arate, Redazione, 20 August 2026
Schwarzbuch der Denkmalpflege erscheint zum zweiten Mal
Bausubstanz, 18. August 2026
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