"Vom ungeliebten Baudenkmal zum lebendigen Veranstaltungsort" - Ortstermin

23.09.2022 14:00 Uhr
Thaining, Oberbayern

Eingestellt von: Denkmalnetz Bayern
Eingestellt am 17.05.2022

"Vom ungeliebten Baudenkmal zum lebendigen Veranstaltungsort" - Ortstermin

Zu Gast beim Förderverein Rochl-Haus e.V.

Führung: Dr. Heide Weißhaar-Kiem, Kreisheimatpflegerin

Das Rochlhaus wurde erstmals 1651 erwähnt. Seit dieser Zeit wird es in den Urkunden als Doppelhaus mit den Hausteilen 80 und 81 und mit jeweils wechselnden Besitzern geführt. Haus wurde im Jahr 1651, also kurz nach Ende des Dreißigjährigen Krieges von Bartholomäus Hueber aus Lans in Tirol erbaut. Haus 81 wurde bald darauf an Haus 80 angebaut. Auf den 1657 gemalten Bildtafeln in der benachbarten Kirche St. Wolfgang ist zu sehen, dass die beiden Hausteile des heutigen Rochlhauses zu dieser Zeit vollständig aus Holz in Ständerbohlenbauweise errichtet waren. Das Dach war flach geneigt, die Eindeckung bestand aus Holzlegschindeln, die mit Steinen beschwert waren.

Von 1651 bis 1890 lebte jeweils eine Familie in Haus 80 und 81. Im Jahr 1890 erwirbt Rochus Finsterwalder als Eigentümer von Haus 81 auch Haus 80. In dieser Zeit entsteht der bis heute gebräuchliche Name „Rochlhaus“.

Rochus, bzw. sein Sohn Nikolaus Finsterwalder bewohnen nur Haus 80 und in einer großen Umbaumaßnahme um 1930 wird Haus 81 durch einen vergrößerten Wirtschaftsteil mit Tennnentor ersetzt. Nach dem Tod von Nikolaus Finsterwalder 1951 wird das Haus vermietet. Seit den 1970er Jahren wird es nicht mehr bewohnt und verfällt.

2003 erwirbt die Gemeinde Thaining das unter Denkmalschutz stehende Rochlhaus.

Einladungsflyer mit Programm als PDF zum Download

Ortstermin! Aktiv für Bayerns baukulturelles Erbe
An zwei Terminen im Jahr besuchen wir Initiativen aus dem Denkmalnetz Bayern, die sich für das baukulturelle Erbe Bayerns einsetzen.

Das Denkmalnetz Bayern ist ein offenes Bündnis von ca. 170 Initiativen und Vereinen sowie mehr als 300 interessierten Bürgern, die ein gemeinsames Ziel haben: den Erhalt von Denkmälern und überlieferten Orts- und Stadtbildern in Bayern.

Die Mitglieder des Denkmalnetzes unterstützen sich mit gegenseitiger Information und Beratung, durch  Erfahrungsaustausch, Fortbildungen und Vermittlung, sowie durch gemeinsames Auftreten in der Öffentlichkeit und gegenüber Politik und Behörden.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung „Ortstermin!“ stehen der Kontakt zu einzelnen Mitgliedsinitiativen, die Vorstellung von deren Aktivitäten und die Darstellung ihres bürgerschaftlichen Engagements. Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege.